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FLAFLA bleibt! DEMONSTRATION 26.5.2012 | 13h BHF Herford

Geht es nach dem Vorschlag der Stadtverwaltung, soll dem selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrum FLA-FLA in Herford im Rahmen des städtischen Sozialabbaus ab 2013 die Förderung gestrichen werden. Darüber wird der Stadtrat Mitte des Jahres entscheiden. Die Streichung der finanziellen Mittel könnte nach mittlerweile über 40 Jahren erfolgreicher Jugend- und Kulturarbeit das Aus für das Jugendzentrum FLA-FLA bedeuten. Das JZ FLA-FLA ist eines der letzten selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentren in OWL, das von Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst organisiert wird. Durch die auf dem Konsensprinzip aufbauende Selbstverwaltung wird ein Freiraum für ein selbstbestimmtes Freizeit- und Kulturangebot geschaffen, der seit mittlerweile drei Generationen von jungen Menschen aus der Region genutzt wird. Damit dieser Freiraum auch weiterhin zur Verfügung steht, müssen wir jetzt handeln. Deshalb lasst uns am 26.5. gemeinsam, entschlossen und vielfältig gegen den städtischen Sozialabbau und für den Erhalt des JZ FLA-FLA demonstrieren.

Selbstverwaltete und selbstbestimmte Freiräume ausweiten und erhalten - überall!

Solidarität mit den vom Sozialabbau betroffenen Menschen in Herford und weltweit!

Informationen zum 24.12.2011 unter nazistopping.de

Einmal ist keinmal!?

Diese Binsenweisheit wird gerne für Ereignisse benutzt, die scheinbar nicht von enormer Wichtigkeit sind. Das haben sich anscheinend auch die Nazis gedacht und meldeten innerhalb eines halben Jahres noch einen zweiten Aufmarsch an.

Der erste fand am 06.08.2011 statt und wurde schon wenige Meter nach Beginn erfolgreich blockiert. Da die Nazis dadurch nicht marschieren konnten, kündigten sie direkt nach der Auflösung ihrer Versammlung an, am 24.12.2011, sowie am 31.12.2011 wiederzukommen, um abermals Aufmärsche durchzuführen. Beim ersten Termin wollen die Nazis vom Ostbahnhof am autonomen Arbeiter_innen Jugendzentrum (AJZ) vorbei marschieren. Auch schon ihre versuchte Demonstration im August hatte unser Haus zum Ziel. Unter dem Motto "Straftätern die Räume nehmen - AJZ dicht machen" und mit Forderungen wie dem AJZ Steuergelder streichen zu lassen, wollten sie auf die Straße gehen. Was die Nazis Silvester geplant haben ist bisher nicht bekannt.

Die Forderungen der Nazis sind nicht nur falsch, sondern bloß ein Vorwand und Deckmantel für ihre faschistischen Inhalte. Der Versuch der Nazis ist es, sich mit bürgerlichem Antlitz zum Sprachrohr und Verteidiger der "Volksgemeinschaft" zu machen, für die es kaum ein größeres Verbrechen gibt, als das Verprassen von deutschen Steuergeldern an Linke.

Letztendlich geht es aber um etwas ganz anderes. Es geht darum, für was das Haus steht und das ist etwas, was die Nazis ablehnen und bekämpfen. Den Wunsch nach einem selbstbestimmten, solidarischen und herrschaftsfreien Miteinander, wo niemand von anderen unterdrückt, ausgebeutet und diskriminiert wird. Das AJZ ist der Versuch das hier und jetzt anzupacken und in autonomen Strukturen zu organisieren. Ob das klappt darüber gibt es unterschiedliche Meinungen. Auch die Vorstellungen wie eine andere Gesellschaft aussehen könnte hat sich im Laufe der Jahre immer mal wieder geändert und wird garantiert nicht einstimmig sein. Aber immerhin wird es seit 38 Jahren hier ausprobiert.

Autonom und sebstbestimmt

Vor 38 Jahren hieß das noch etwas anders. Auch die Bedeutung war nicht ganz dieselbe, doch in den Grundzügen war das Konzept schon angelegt, als am 21. April 1973 das "Haus der offenen Tür" in Brackwede besetzt wurde und von den ca. 300 Besetzer_innen ein selbstverwaltetes und unabhängiges Arbeiterjugend- und Schülerzentrum gefordert wurde. Bereits zu dieser Zeit entwickelte sich der Gedanke der Hausversammlung (HV), ein Gremium, an den alle teilnehmen können und das über alle Belange des Hauses entscheiden sollte. Das Zentrum in Brackwede wurde geräumt, aber geblieben ist das Konzept der HV, welches bis heute Kernstück der autonomen Selbstverwaltung des Arbeiter_innen Jugendzentrums ist. Diese Art der Beschlussfindung und Organisierung findet nicht nur begeisterte Befürworter_innen. Bürgerliche Angriffe auf das AJZ richteten sich nicht zufällig gegen die HV selbst. Gerade kommunale Politiker_innen sahen darin immer wieder ein Problem. So wollte das Jugendamt in den 70ern nicht mit der HV verhandeln und Ende der 80er /Anfang der 90er wurde gar offiziell vom Haus eingefordert, das mit der HV bleiben zu lassen. Aber auch für Menschen, die anfangen sich im Haus zu engagieren, ist diese Art der Selbstverwaltung anfangs oft etwas befremdlich und gewöhnungsbedürftig, denn Entscheidungen zu treffen nach Konsens und nicht nach Mehrheitsverhältnis ist nicht unbedingt gängige Praxis in dieser Gesellschaft.

Welche Steuergelder denn nun eigentlich?

Der Rest der nächsten Jahre ist schnell erzählt: Nach der Besetzung gründete sich der "Verein zur Einrichtung und Förderung eines unabhängigen Arbeiterjugendzentrums Bielefeld-Brackwede e.V.". Dieser mietete im Jahr darauf Räume in dem Gebäude an der Heeperstr. 132 an. Am 1. Mai 1974 wurden die Räume bezogen und im Jahr 1978 wurde beschlossen das Haus zu kaufen.

In den 70er Jahren durchlebte das Haus den sogenannten Deutschen Herbst, mit Hausdurchsuchungen, Anti-AKW-Bewegung und Verfahren nach §129a. In den 80ern wurde der Punkrock in vollen Zügen durchlebt, mit noch mehr Verfahren, Pressehetze und allem was die Zeit an politischer Arbeit zu bieten hatte. Anfang der 90er krachte es gewaltig. Das Haus sollte sich vom Infoladen, der im AJZ eingemietet ist, distanzieren. Die Schlammschlacht gegen das Haus war groß und erst recht der daraus resultierende Druck. Dem wurde aber nicht nachgegeben und so verlor das AJZ die finanzielle Unterstützung durch Stadt und Land und behielt dafür den Infoladen als Mieter. Seit den letzten 20 Jahren trägt sich das Haus, als autonomes Zentrum, bewusst selbst. Auch der Infoladen ist ein selbstverwaltetes Projekt. Hier werden unterdrückte Informationen jenseits der herrschenden Meinungen zur Verfügung gestellt. Er ist ein Ort an dem Leute sich treffen können um zu diskutieren oder sich zu organisieren. Außerdem hat er jede Menge Kleinkram für den subversiven Alltag.

Trotz alledem...

So einfach sich die Historie des Hauses oben beschreiben lässt, so einfach war die Geschichte natürlich nicht. Kämpfe hinterlassen Spuren und auch Opfer und die Vielzahl der Auseinandersetzungen im und um das Haus haben zuweilen tiefen Narben hinterlassen. Die Kämpfe gehören zum Alltag des Hauses, genau so wie Wasserrohrbrüche und kalte Räume. Etliche Male wurde das AJZ angefeindet und angegriffen. Vielen war und ist das Autonome Zentrum ein Dorn im Auge. Die Beweggründe dafür werden unterschiedlich sein. Einige ärgern sich einfach nur drüber, dass sie wegen sexistischer Sprüche oder ähnlichem nicht akzeptablen Verhalten rausgeflogen sind, andere können einfach nicht mit Kritik umgehen und es wurmt sie, dass sich das Haus auch immer wieder in gesellschaftliche Verhältnisse einmischt und positioniert. Ein Beispiel hierfür ist die Beteiligung des AJZ an der Kritik an den rassistischen und sexistischen Darstellungen der Ultimo. So geriet es immer wieder in die Schusslinie, da es von einigen als "Hort des Bösen" mit Utopien gesehen wird, die die gesellschaftliche Ordnung auf den Kopf stellen könnten.

Es wäre vermessen zu behaupten, dass alle im AJZ die Welt auf den Kopf stellen wollen, dieselben Utopien haben oder jene auch noch gleich auslegen. Nein, das würde ein Bild vermitteln, dass dem Haus nicht gerecht werden würde. Viele Interessen und politische Vorstellungen prallen dort aufeinander und es wurde sich mehr als einmal erbittert auf der Hausversammlung gestritten, aber trotz alledem gibt es einen Konsens, eine Art Richtschnur, die, für die einen zu hoch für die anderen zu niedrig gespannt, das Miteinander im Haus bestimmen soll.

Das ist unser Haus

Dieser Konsens hängt unscheinbar auf einem Schild im Eingangsbereich des Hauses:

"Wir wollen hier keine sexistische, rassistische, homophobe, sogenannte behindertenfeindliche oder andere Diskriminierung! Egal ob Wort, Tat oder Bild!

Falls du diskriminierendes Verhalten beobachtest oder selbst Opfer davon wirst — greif ein, wehr dich, mach die Anmache oder den Angriff gleich öffentlich oder wende dich an die Leute hinter den Theken oder der Kasse — diese werden dich unterstützen!

Nehmt Rücksicht aufeinander und respektiert die Grenzen der anderen Besucherinnen und Besucher!"

Es ist vielleicht nicht viel was dort geschrieben steht und einige werden darüber lächeln, andere sich beschweren, dass in der Aufzählung einzelne Sachen nicht benannt werden, aber verglichen mit der gesellschaftlichen Realität ist es enorm und letztendlich in seiner Kernaussage, keinerlei Diskriminierung zu akzeptieren, allumfassend. Mit diesem scheinbar Wenigen aber haben die Menschen im AJZ etwas formuliert, das der Ideologie der Nazis vehement und radikal gegenübersteht. Diese Vorstellung, die sich eben auch nach außen trägt, beinhaltet die absolute Gegnerschaft zu rassistischen, antisemitischen, islamophoben, antiziganistischen, sozialchauvinistischen, sexistischen, homophoben oder sonstwie menschenverachtenden oder diskriminierenden Anschauungen.

Dass die Umsetzung der Ansprüche und Vorstellungen von Autonom, Selbstbestimmt, Konsens und des Anspruchs keinen Menschen zu Diskriminieren und keinerlei Diskriminierung zuzulassen, leicht ist, hat niemand behauptet. Ob es funktioniert gilt es immer wieder aufs Neue herauszufinden. Aber letztendlich ist es so, dass das Haus, das AJZ, auch nur aus Steinen besteht, die Ideen werden von den Menschen darin umgesetzt und das Haus ist nur das was die Menschen daraus machen...

Macht was draus!

Es gibt tagtäglich genug gute und richtige Gründe auf die Straße zu gehen. Am 24.12.2011 gibt es einen dieser Anlässe: den geplanten Naziaufmarsch verhindern. Dabei geht es uns nicht darum, dass die Nazis an diesem Tag gegen das Haus mobilisieren, sondern wir finden es wichtig, egal wo und warum sie auf die Straße gehen sich dem entgegenzustellen und den menschenverachtenden Anschauungen der Nazis keinen Raum zu gewähren. Dazu fordern wir alle Leute auf.

Die Hausversammlung des AJZ Bielefeld

Weitere Informationen gibt es unter nazistopping.de

Pressemitteilung des AJZ-Bielefeld (August 2011)

Am 6.8. wollen Nazis zunächst in Bad Nenndorf und anschließend in Bielefeld marschieren. Beide Aufmärsche stehen in einem engen Zusammenhang. Wir rufen alle Menschen dazu auf sich an den Gegenaktivitäten zu beiden Aufmärschen zu beteiligen.

Am Samstag dem 6.8. findet in Bad Nenndorf ein von den Nazis so genannter "Trauermarsch" statt. Dieser Aufmarsch hat sich seit 2006 zu einem der größten Naziaufmärsche in der BRD entwickelt und zieht mittlerweile bundes- und europaweit rund 1000 Nazis an. Angemeldet ist er bereits bis 2030 durch Kader der regionalen ("freien") Kameradschaftsszene. Mit diesem Aufmarsch sollen die Opfer- und Täterrollen verdreht und die Opfer des Nationalsozialismus verhöhnt werden. Dazu thematisieren sie u.a. Deutsche als Opfer um die Verbrechen des NS zu relativieren oder in den Hintergrund zu schieben. Ihren Darstellungen zur Folge, wollen sie der Nationalsozialist*innen gedenken, die im Wincklerbad verstorben sind. Das Wincklerbad wurde nach dem 2. Weltkrieg von der britischen Armee als Verhörlager genutzt. Zu diesen vermeintlichen Opfern gehört Oswald Pohl, SS-General und Leiter des SS-Wirtschafts- & Verwaltungshauptamtes, der auch für die Konzentrationslager zuständig war. Ein anders Beispiel für solche nazistischen Geschichtsmythen ist die Bombardierung Dresdens, die in einen "alliierten Bombenholocaust" verfälscht wird. Bei beiden Opfermythen versuchen die Nazis die Geschichte zu verfälschen und andere zu den Tätern zu machen. Die Bestialität des NS, seine Verbrechen und Täter*innen, sowie die daraus resultierende Verantwortung kommen hier nicht mehr vor, sondern nur noch deutsche Täter*innen, die zu Opfern verklärt werden.

Der Nazi, Marcus Winter, der in den letzten Jahren u.a. als Anmelder oder Versammlungsleiter in Bad Nenndorf auftrat, ist nun Anmelder für den Aufmarsch am Abend des 6.8. in Bielefeld. Dies legt nahe, dass der Aufmarsch unter dem Motto "Straftätern die Räume nehmen - AJZ dicht machen" eine Fortsetzung des Aufmarsches in Bad Nenndorf ist. Da wir Nazis überall ablehnen, rufen wir alle dazu auf sich sowohl in Bad Nenndorf als auch hier in Bielefeld den Nazis entgegen zu stellen und ihnen keinen Platz zu gewähren, um ihre menschenverachtende Ideologie darzustellen. Dabei geht es nicht darum wo sie marschieren wollen, sondern darum sie nicht marschieren zu lassen, egal wo.

Die Gegenaktivitäten in Bad Nenndorf beginnen um 10 Uhr, für Bielefeld rufen wir auf: "Blockieren wir gemeinsam die Nazis um 18 Uhr am Hauptbahnhof in Bielefeld!".

[Zu dieser Stellungnahme gibt es innerhalb (und außerhalb) des AJZ unterschiedliche Meinungen und Kritiken. Zu dokumentarischen Zwecken ist sie hier weiterhin verfügbar]

Stellungnahme der Hausversammlung des AJZ Bielefeld vom 01.12.2009 zu der räumlichen Verlegung der Infoveranstaltung mit Karl Pfeifer am 19.11.2009

Am 01.12.2009 fand ein Treffen im AJZ statt, an dem ca. 100 Personen aus dem AJZ, seinem Umfeld und der Antifa AG teilgenommen haben. Anschließend hat die Hausversammlung diese Stellungnahme formuliert, um den aktuellen Stand der Diskussion festzuhalten. Wir stehen weiter im Diskussionsprozess innerhalb unserer Zusammenhänge und mit der Antifa AG.

Wir finden es wichtig, sich selbst und auch unsere Strukturen immer wieder zu hinterfragen und antisemitische, rassistische, sexistische und andere ausgrenzende und unterdrückende Tendenzen, Denk- und Sichtweisen innerhalb der Gesellschaft, aber auch in unseren eigenen Zusammenhängen sichtbar zu machen. Wir begrüßen daher auch ausdrücklich, dass sich auch bürgerliche Medien mit dem Thema Antisemitismus in Deutschland beschäftigen.

Uns ist bewusst, dass sowohl durch missverständliche und aus dem Kontext gerissenen Bemerkungen, als auch durch die missverständliche Wiedergabe von Äußerungen, sowie durch Fehlkommunikation innerhalb des AJZ und mit der Antifa AG, Dritte angegriffen und verletzt wurden, dafür können wir nur aufrichtig um Entschuldigung bitten - was wir hiermit tun.

Uns ist auch bewusst (geworden), dass das Vorgehen der Hausversammlung des AJZ offensichtlich für Personen, die nicht mit selbst verwalteten, autonomen Strukturen vertraut sind, irritierend war und auch insbesondere, dass es in der Zwischenzeit - trotz der massiven Vorwürfe in der Presse - keine Äußerung aus dem AJZ gab. Das liegt an unseren Strukturen, die trotz der Schwächen die sie haben (z.B. Schwerfälligkeit) richtig und gut sind.

Wie im AJZ üblich, gilt auch auf der Hausversammlung das Konsensprinzip. Keine Einzelperson kann sich für das AJZ äußern, also auch keine Stellungnahmen an die Presse oder andere Personen abgeben. Und das ist auch gut so.

Die Veranstaltung mit Herrn Pfeifer wurde nicht aufgrund des Inhaltes der Veranstaltung (Ungarn 2009: Antisemitismus, Antiziganismus und Neofaschismus) oder der Person Karl Pfeifer verlegt. Diese Entscheidung war weder antisemitisch noch antizionistisch motiviert, sondern war fehlerhafter Kommunikation innerhalb des AJZ und mit der Antifa AG geschuldet.

Entgegen der bisherigen Darstellungen wurde weder behauptet, dass Herr Pfeifer an dem Angriff auf Deir Yassin beteiligt war, noch wurde gefordert, dass er sich davon distanzieren soll. Es wurde lediglich die Frage aufgeworfen, ob Herr Pfeifer in einer Einheit war, die etwas mit einem Massaker zu tun hatte.

Dies, sowie die Tatsache, dass es zu wenige Informationen über den Hintergrund des Referenten gab und nicht abgeschätzt werden konnte, ob dieser dem Minimalkonsens des AJZ entgegen stehen würde, führte zu Bedenken das AJZ für eine Veranstaltung mit Herrn Pfeifer zur Verfügung zu stellen.

Um die Bedenken aufklären zu können wären eine genauere Vorbereitung der Veranstaltung, eine bessere Kommunikation über die Informationslage sowie eine Kenntnis der historischen Fakten über das Massaker von Deir Yassin und den paramilitärischen Einheiten in der Zeit vor 1948 in Israel nötig gewesen.

Der Vorschlag, mit Herrn Pfeifer Kontakt aufzunehmen, um so die Bedenken ausräumen zu können, wurde von den anwesenden Vertreter_innen der Antifa AG auf Grund des engen Zeitrahmens als nicht praktikabel abgewiesen. Als weiterer möglicher Umgang mit der Situation wurde vorgeschlagen, die Veranstaltung zu verschieben, so dass es Gelegenheit gäbe, sich mit dem Zusammenhang genauer zu beschäftigen, um dann eine Entscheidung treffen zu können. Auch dieser Vorschlag wurde von den Vertreter_innen der Antifa AG abgewiesen, da Herr Pfeifer aus Wien anreisen müsse, und das nur - wie geplant - in Kooperation mit einer weiteren Veranstaltung möglich sei.

Es wurde der ausdrückliche Wunsch nach Klärung geäußert, da die Veranstaltung von allen als äußerst wichtig und interessant angesehen wurde. Anders als es nun dargestellt wird, wurde eine Veranstaltung mit Herrn Pfeifer nicht per se abgelehnt.

Da die Teilnehmer_innen der Hausversammlung keine andere Möglichkeit sahen, bis zum Veranstaltungstermin die Bedenken auszuräumen, wurde als weitere Option vorgeschlagen, die Veranstaltung an einem anderen Ort durchzuführen. Die Vertreter_innen der Antifa AG zeigten sich mit dem Vorschlag einverstanden und es wurde anschließend gemeinsam über die organisatorische Umsetzung der Verlegung der Veranstaltung diskutiert.

Auch wenn bei einigen Personen nach dieser Diskussion eine erhebliche Unzufriedenheit übrig geblieben ist, so wurde weder über die Entscheidung gestritten noch erklärten die Vertreter_innen der Antifa AG, dass sie die Entscheidung nicht mittragen würden.

Das Vorgehen der Hausversammlung ist innerhalb der selbstverwalteten Struktur des AJZ der übliche Umgang mit einer Situation, in der es der Hausversammlung auf Grund der Informationslage und des Kenntnisstandes nicht möglich ist, eine abschließende Entscheidung zu treffen.

Wir bedauern sehr, dass die Kommunikation zwischen den AJZŽler_innen und der Antifa AG derart schlecht und ungenau war. Wären die Bedenken der AJZŽler_innen frühzeitig der Antifa AG mitgeteilt worden, hätte noch recherchiert bzw. mit Herrn Pfeifer kommuniziert werden können. Für diesen Fehler entschuldigen wir uns. Wir bedauern auch, dass die anwesenden Personen der Antifa AG nicht geäußert haben, dass sie die Entscheidung, die Veranstaltung nicht im AJZ, sondern in der FH durchzuführen, anscheinend nicht mittragen wollten. Dies war auf der Hausversammlung nicht ersichtlich.

Weiterhin müssen wir uns als Hausversammlung für die Zukunft einen Umgang mit derartig unklaren Informationslage überlegen. Wenn externe Gruppen Veranstaltungen im AJZ machen wollen, sind wir auf Informationen von diesen Gruppen angewiesen. Die Hausversammlung ist der Ort, an dem auch "Gerüchte" ernst genommen und geklärt werden müssen.

In diesem Zusammenhang finden wir auch das Verhalten der Antifa AG problematisch, da diese sich als Veranstalterin, obwohl ihnen in der Absagemail der AJZŽler_innen eine Woche vor der Veranstaltung mitgeteilt wurde, dass es Unklarheiten bzgl. des Vortragenden gäbe, nicht im Vorfeld um eine Klärung der Unklarheiten bemüht haben.

Das veröffentlichte Gedächtnisprotokoll über die Hausversammlung stellt einen Zusammenhang her, den es auf der Hausversammlung nicht gab; es gibt außerdem nur in Fragmenten und mehr als ungenau die Situation wieder.

Warum dies und das darauf folgende Presseecho in dieser indiskutablen Art und Weise erfolgt ist, muss in den internen politischen Strukturen geklärt werden, aber nicht in der Art und Weise, wie dies in den letzten Tagen auf etlichen Internetseiten erfolgte, sondern in einer solidarischen und (selbst)kritischen Art, die auch die eigenen Fehler, Vorurteile und Ressentiments mit einschließen muss. Denn es ist selbstverständlich, dass niemand vor Antisemitismus oder Rassismus gefeit ist.

Sehr bedauerlich finden wir jedenfalls, dass aus einem hausinternen Kommunikationsproblem und dem Befolgen unserer selbst vorgegebenen Entscheidungsstrukturen eine derartig politisch aufgeladene Debatte wurde, die den tatsächlichen Beiträgen der internen Diskussion nicht gerecht wird.

Wir fordern alle Beteiligten auf, von weiterer unsachlicher, konstruierter und falscher Berichterstattung über den "antisemitischen Gerüchtshof im AJZ Bielefeld" abzusehen.

Dies wird der ernsthaften Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus aus unserer Sicht nicht gerecht.

Die Hausversammlung des AJZ Bielefeld