| |
|

Mit dem Bielefelder Radioaufruf und dem Slogan "Kein
Kommerz auf Megahertz" im Oktober 1994 fing alles an. Damals
bestanden schon mehrere Radiogruppen, die im Rahmen des Bürgerfunks
sendeten. Anliegen des Radioaufrufes war es, eine Radiogruppe ins
Leben zu rufen, die die Möglichkeiten nutzen sollte, Ansätze
eines anderen, eines linken Radios in die Tat umzusetzen. Kurz darauf
fand das erste Treffen der Radiogruppe im AJZ (ArbeiterInnen-Jugendzentrum)
statt. Wir produzierten seit dem in der Radiowerkstatt im Bielefelder
Jugendring. Seit November 2001 sind wir im Studio der Radiowerkstatt
Bürgerwache [buewaradio@yahoo.de]
anzutreffen.
Wir wollen ein politisches, nicht-kommerzielles Radio,
Radio von unten, wo die zu Wort kommen, die sonst keine Stimme haben.
Bei uns zählen Inhalte mehr, als mögliche Einschaltquoten
oder die technische Perfektion. Nicht zuletzt kommen wir auch zusammen,
um linke Themen oder verschiedene Radioformen, wie z.B. Radio als
Gegenöffentlichkeit oder als souveränes Medium, zu diskutieren.
Wir probieren und experimentieren in den Bereichen Kultur, Politik,
Musik, Gesellschaft·. Wir verstehen uns (auch) als Sprachrohr
sozialer Bewegungen.
Schon im Februar 1995 sollten wir merken, dass wir
beim Chefredakteur von Radio Bielefeld auf alles andere als Sympathie
für unser Verständnis von Radiomachen stossen. Er lehnte
unsere erste Sendung wegen angeblicher Werbung bzw. Verunglimpfung
politischer Gruppen ab. Da dieses Verhalten unbegründet und
nicht rechtmässig war, teilte die Landesanstalt für Rundfunk
(LfR), die letztliche Entscheidungsinstanz, der Veranstaltergemeinschaft
(Trägerin von Radio Bielefeld) mit, dass unsere Sendung ausgestrahlt
werden muss. Dies geschah im November 1995, also acht Monate später.
Dieser Ablehnung folgten vier weitere, die bisher aber immer nach
Prüfung der LfR ausgestrahlt werden mussten.
Auch die Sendung: "Morgenwelt - Privatfirmen
ersetzen den Staat" wurde von der LfR (für uns überraschend)
abgelehnt. Inzwischen haben wir einen Prozess gegen die LfR vor
dem Verwaltungsgericht in Minden gewonnen! Eine Stellungnahme der
Radiogruppe und das Urteil findest du hier: [Az.:
3 K 332 5/99]
Wir sind offen für Themen und Anliegen, die Eurer
Meinung nach ruhig mal ins Radio und damit in die Öffentlichkeit
gehören. Wer sich von unserem Verständnis von Radiomachen
angesprochen fühlt und schon lange nach einer Möglichkeit
gesucht hat, politisches (muss aber nich immer), nicht-kommerzielles
Radio zu machen, ist bei uns in der Gruppe herzlich willkommen.
Einfach schreiben, per Schneckenpost oder
e-mail!
|
|
|