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me - i want to travel Eine
Doku v. Pauline Boudry, Brigitta Kuster, Renate Lorenz
[Regie, Kamera, Ton, Schnitt] D 2004, 68
min., bulgarisch/englisch/deutsch, mit dt. Untertitel Dramaturgische Beratung/Schnitt:
Merle Kröger Musik: Linda Wölfel, Pauline Boudry
Pauline
Boudry und Brigitta Kuster waren an dem Kinoabend anwesend, um für Fragen
zum Film und für eine Diskussion zur Verfügung zu stehen!
Kalter
Krieg, Virenjäger und -programmierer, Ostblock-Westblock, Produktion/Subversion,
Geschlechterverhältnisse, eine queere und teilweise sehr persönliche
Version klassischer Spionagefilme -mindestens all das findet sich in dieser Dokumentation,
einer Recherche durch die Geschichte der bulgarischen Computerproduktion. Bulgarien
hatte unter den kommunistischen Staaten eine führende Rolle in der Computer-industrie
inne. Viele Frauen waren in dieser Branche beschäftigt -häufig in hohen
Positionen- und so auch mit der Produktion des Pravetz 82, offiziell eine bulgarische
Produktion, inoffiziell eine Kopie des Apple, befasst. Mit dem Pravetz 82, der
ein echtes Erfolgsprodukt war, wollte das kleine Land Bulgarien mit den USA gleichziehen
und dem Westen ein Schnippchen schlagen. Er wurde später zum Instrument für
die Produktion von Computerviren. Der Film erzählt die Geschichte in Gesprächen
mit verschiedenen Frauen und Männern, die in ganz unterschiedlichen Positionen
an der Produktion des Pravetz 82, aber auch an Streiks und (anderen) subversiven
Aktivitäten rund um den Computer beteiligt waren. Auch geht es um die Geschlechterverhältnisse
am Arbeitsplatz, damals und heute. Die Sicht der Filmemacherinnen stellt sich
als kritisch gegenüber den Bildern des Kalten Krieges und dennoch darin verfangen
dar, inszenierte Szenen weisen darauf hin. Dieses wird besonders an Pauline Boudry
deutlich: Ihre Familie zog aus Bulgarien in die Schweiz. Der erste Kinofilm, den
Pauline mit ihrer Familie sah, hiess "le parapluie bulgare". Er handelte
vom präparierten Regenschirm eines bulgarischen Agenten. |