11.07.99 |
Erbarmungslos
USA 1992 (131min) | Übersicht
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| R: Clint Eastwood B: David Webb Peoples D: Clint Eastwood, Gene Hackman, Morgan Freeman, Richard Harris Programmänderung! |
William Munny (C. Eastwood) hat seine wilden Jahre schon eine ganze Weile hinter sich. Zurückgezogen lebt der frühere "Revolverheld" mit seinen beiden Kindern auf dem Land und betreibt eine schäbige kleine Schweinefarm, von der die Familie kaum leben kann. Seine Frau, deren Liebe ihn vom Leben eines Säufers und gedungenen Mörders zu dem eines Farmers bekehrte, ist schon lange tot. Als der junge Kopfgeldjäger Schofield Kid ihm das Angebot macht, noch einmal für Geld zu töten, läßt er sich überreden, mit ihm nach Big Whiskey zu reiten. Dort haben die Huren der Stadt ein Kopfgeld von 1000 Dollar auf zwei Cowboys ausgesetzt, die eine der Prostituierten sadistisch gequält und verstümmelt haben. Die Gemeinheit und Brutalität dieser Tat machen Munny und seinem schwarzen Freund Ned (Morgan Freeman) die Entscheidung leichter, können sie ihre Absicht doch als gerechte Bestrafung zweier Bestien vor sich selbst rechtfertigen. Doch in Big Whiskey geraten die beiden alten Männer in Konflikt mit dem Gesetz in Gestalt von Sherrif Little Bill Gagnett (Gene Hackman). Der ist ein Sadist wie er im Buche steht und wenn er etwas haßt, dann sind es "Revolverhelden", wie er sie reichlich von früher kennt. Schon vor Munny und seinen Freunden ist der "Duke of Death" (Richard Harris) in der Stadt eingetroffen, um sich die Prämie zu verdienen. Im Gepäck hat er einen Autor, der seine Memoiren schreibt und eine mythologische Western-Gestalt a là Buffalo Bill aus ihm machen soll. Doch Little Bill schlägt unbarmherzig zu und steckt den "Duck of Death", wie er ihn nennt, in den Knast, mißhandelt ihn schwer, zerstört seine schöne Legende und wirft ihn schließlich aus der Stadt. Auch Munny und Ned bekommen seinen ausgeprägten Sadismus zu spüren, den Ned nicht überleben wird - Little Bill foltert ihn schließlich zu Tode und stellt ihn als Abschreckung in einem Sarg auf der Straße stehend zur Schau. Jetzt erwacht in Munny wieder der Hass und und er kommt zurück, um blutige Rache an Little Bill zu nehmen. In "Erbarmungslos" ist fast alles anders als in allen Western, die vorher gedreht wurden: Es gibt keine Helden, nur ein paar alte Männer mit fragwürdiger Vergangenheit und ohne eine Zukunft. Die später um die Revolverhelden entstehenden Mythen, die Gegenstand der meisten Western sind, kommen hier nur als lächerliche selbsterdichtete und zusammengelogene Operetten-Klischees vor, wie sie sich der "Duke of Death" in die Biographie schreiben läßt. Bis hin zur Ausstattung verbreitet "Erbarmungslos" eine richtig schäbige Atmosphäre und wurde als Abrechnung Eastwoods mit "all den Mythen dieses uramerikanischsten aller Genres" gewürdigt. Zwar gibt er am Ende doch wieder den schweigenden, düsteren Rächer, doch auch dann hat die Figur William Munnys nichts heldenhaftes - im Gegenteil: Munny weiß, daß er an seinem Leben gescheitert ist und ergibt sich in sein Schicksal. "In keinem Western zuvor fiel das Töten so schwer, war das Sterben so schmerzvoll." |