Progamm - retrospektiv

20.09.09

Überall ist es besser, wo wir nicht sind
BRD 1989 (35 mm, 1:1,37, 78min)
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IMDb :
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R: Michael Klier
B: Michael Klier, Gustaw Barwicki
D: Mirosław Baka, Marta Klubowicz, Michael Kraus, Josef Zebrowski
Beginn 20:00 Uhr

Überall ist es besser, wo wir nicht sind Jerzy hat mit seiner Heimatstadt Warschau innerlich längst abgeschlossen. Nichts hält ihn mehr hier. Mit kleinen, dunklen Geschäften schlägt er sich durch, spart für seinen Lebenstraum: die Übersiedlung nach Amerika. Auf seinen letzten Wegen durch die Stadt trifft Jerzy ein paar Kumpels und er trifft die Kellnerin Ewa. Ohne sich wirklich näher gekommen zu sein, trennen sich die beiden, kurz darauf verlässt Jerzy Polen. Auf dem Weg nach New York liegt West-Berlin. Weiter reicht das Gesparte erst einmal nicht. Er trifft weitere Polen und Flüchtlinge aus anderen Ländern des Ostblocks. Alle jagen sie, gleich ihm, dem verblichenen Phantom des „Goldenen Westens“ hinterher. Erst als Jerzy erneut Ewa begegnet und sich die beiden zaghaft annähern, bekommt sein trister Alltag so etwas wie einen Antrieb jenseits der ziellosen Suche...

Für eine sentimentale Anteilnahme hat dieser kühl analysierende Film so wenig übrig wie für den Zorn der Gerechten oder die Moral der Besserwisser. Er versammelt eine Vielzahl scheinbar widerstreitender Elemente, ist voller schwarzen Humors, poetisch und pragmatisch, von Trauer und einer aberwitzigen Hoffnung gehalten wie seine Protagonisten: lakonisch, aber niemals menschenverachtend.