Progamm - retrospektiv

26.04.09

Für eine Handvoll Dollar
Italien 1964 (DF, 35mm, 89min)
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IMDb :
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R: Sergio Leone
D: Clint Eastwood, Marianne Koch, Gian Maria Volonté
Beginn 20:00 Uhr

Für eine Handvoll Dollar Ein Fremder reitet ins heruntergekommene mexikanische Grenzstädtchen San Miguel und wird recht unsanft begrüßt: ein Toter mit einem "Adios Amigo"-Plakat auf dem Rücken kommt ihm entgegen und die Urheber dieses Scherzes lassen auch gleich mal sein Maultier mit Pistolenschüssen tanzen. Schnell ist die Lage sondiert: zwei rivalisierende Banden beherrschen den Ort und können sich alles erlauben. Waffen respektive Spirituosen sind die Einnahmequellen der amerikanischen Baxters beziehungsweise der mexikanischen Roccos, Mord und Totschlag ihr Beruf. Der Fremde, der nur seinem Colt und barer Münze vertraut, ahnt eine lukrative Zukunft zu haben...

Sergio Leone, so kann man sagen, ist einer der größten europäischen Namen in der Filmgeschichte. Für eine Handvoll Dollar ist dabei so etwas wie eine Initialzündung. Nicht nur für Leone, sondern für den gesamten Italo-Western. Die Zeit war reif für Leones Film: indem er den kapitalistischen Hintergrund des Westerns völlig verinnerlichte, beraubte er ihn endgültig seiner ethischen Vorwände - das ist der wahre Schock des Films. Aber auch sonst hat er noch einiges zu bieten: zum einen den tiefschwarzen Humor, der bisher fürs Genre undenkbar war, zum anderen natürlich die überragende Verbindung von Leones überdrehten Kameraentfesselungstricks und Ennio Morricones avantgardistisch-melodischer Musik. Überlaute E-Gitarren, Streicher, die ständig aus der Tonalität zu fallen drohen, Geräusche, die wie Noten gesetzt sind - in den Filmen Leones ist die Musik immer kongenialer Partner des Bilds: schaurig und schön zugleich.