Progamm - retrospektiv

01.06.08

Ein Liebesfall
Jugoslavien 1967 (DF, 16mm, 76min)
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IMDb :
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R: Dušan Makavejev
D: Slobodan Aligrudić, Eva Ras, Miodrag Andrić, Ružica Sokić,
Beginn 20:45 Uhr

Ein Liebesfall Ein Film über narrative Ordnung. Erzählt wird die Liebesgeschichte von Izabel und Ahmed, die böse endet. Die ersten Bild, noch vor dem Vorspann, zeigen einen Sexualwissenschaftler, der doziert. Dann sieht man Izabel am Arbeitsplatz, mit ihrer Kollegin und Freundin Roza, ein Bote ist auch im Bild. Daraus wird eine Geschichte werden, noch aber ist da nur ein offenes Tableau. Bilder anderer Art drängen dazwischen, ein Mord ist geschehen, der Tatort wird inspiziert, die Leiche geborgen. Izabel zusammen mit Ahmed, Szenen einer Liebe, denen weitere folgen, unterbrochen von Material vom anderen Ort, aus anderer Zeit. Informationen über das Töten von Ratten, Dokumaterial vom sozialistischen Sturm auf die Kirchen, ein Kampflied von Majakowski und Eisler, ein zynisches Gedicht über den Tod der Ratten. Die jugoslawische Gegenwart präsentiert sich wie nebenbei, auch im Alltag des Paares, von Fernsehen bis Kuchenbacken. Izabel ist doppelt fremd an diesem Ort: als Ungarnstämmige mit entsprechendem Akzent, als "moderne" Frau, sexuell freizügig, zur Unterordnung nicht bereit. Die narrative Ordnung stellt sich sukzessive her, was hier erzählt wird und da, beginnt aufeinander zuzulaufen. Ein Kriminologe doziert, dann findet eine Sektion statt. Der Fortgang der Liebe gerät unter die Perspektive der Frage: "Was wird geschehen sein"" Der Bruch erfolgt abrupt...

Thematisch und stilistisch anspruchsvoll kritisiert Makavejev materialistische Thesen von der Veränderbarkeit des Menschen und entlarvt durch Ironie den ideologischen Optimismus einer Gesellschaft, die die persönliche Freiheit einschränkt.