Progamm - retrospektiv

13.03.05

Angst essen Seele auf
BRD 1972 (DF, 93min)
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IMDb :
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R: Rainer Werner Fassbinder
B: Rainer Werner Fassbinder
D: Brigitte Mira, El Hedi Ben Salem, Barbara Valentin
FBW (wertvoll), Internationaler Preis der Filmkritik in Cannes

In einem Ausländerlokal trifft die verwitwete Putzfrau Emmi den zwanzig Jahre jüngeren marokkanischen Gastarbeiter Ali. Aus der Zufallsbekanntschaft entsteht eine tiefe Zuneigung der beiden Außenseiter. Gegen den Willen ihrer erwachsenen Kinder heiratet Emmi schließlich Ali und fährt mit ihm in Urlaub.

Als sie zurückkommen, weichen die Ressentiments dem Opportunismus: Der Kaufmann möchte auf seinen Umsatz nicht verzichten, die Nachbarskinder brauchen einen Babysitter und die Mitbewohner haben die Hilfe eines starken Mannes beim Umzug nötig. Sobald die äußeren Schwierigkeiten nachlassen, häufen sich die Probleme jedoch in der Ehe selbst. Ali fühlt sich in seiner Ehre verletzt, als er von Emmi wie ein Schaustück bei ihren zahlreichen Freundinnen vorgezeigt wird, und flieht in die Arme der Kneipenwirtin Barbara. Als Emmi ihn schließlich in der Kneipe findet, bricht Ali zusammen. In der Klinik wird ihm ein Magengeschwür herausoperiert. Der Arzt prognostiziert Emmi, es werde vermutlich immer wieder aufbrechen, weil Gastarbeiter besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt seien. Aber Emmi will sich um Ali kümmern und mit ihm einen Neuanfang wagen.

Die Konflikte in Fassbinders 21. Film ANGST ESSEN SEELE AUF klingen bereits in seinem Frühwerk KATZELMACHER (1969) an. Seine brillante Analyse der Mechanismen sozialer Unterdrückung ist klar durchstrukturiert und publikumswirksam aufbereitet.

Der Film läft im Rahmen der Kampagne (Z)ABschaffen !