Progamm - retrospektiv

29.02.04

Yojimbo
Japan 1961 (16mm, OmEU, 110min)
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IMDb :
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R: Akira Kurosawa
D: Toshirô Mifune, Tatsuya Nakadai, Yôko Tsukasa, Isuzu Yamada, Daisuke Katô, Seizaburô Kawazu, Takashi Shimura

"Die Grundidee zu Kurosawas Film ist, daß man zwei rivalisierende Parteien hat und dass beide Parteien gleichermaßen schlecht sind. Das ist eine Situation, die die meisten schon einmal erlebt haben: Man steht in der Mitte und kann sich unmöglich entscheiden. Der Mann in der Mitte ist ein Ronin, ein herrenlos umherziehender Samurai, der in eine kleine japanische Stadt kommt, die von zwei rivalisierenden Banden terrorisiert wird. Ein Seidenhändler und ein Sakehändler haben das Dorf in zwei Fraktionen aufgeteilt und wer sich neutral verhält oder abhauen will ist bald einen Kopf kürzer. In einem makaberen Täuschungsmanöver spielt der Samurai die Kontrahenten geschickt gegeneinander aus und schon bald liegen die ersten aufgeschlitzten Banditen im Staub...

Kurosawa hat einen Film voller Amoralität und Skrupellosigkeit gedreht, dem sich der ruppige Inszenierungsstil geradezu zwingend aufdrängt, und umgekehrt. Dabei ist dem japanischen Regie-Meister - dessen Handschrift darin besteht, keine zu haben- ein "schwarzes" Werk gelungen, das ebenso besticht wie seine strengen und artifiziell komponierten Filme. Kurosawas kommerziell erfolgreichster Film gilt vielen Cineasten nicht zu unrecht als Mutter aller Samurai Filme. Ein perfekter Action Film und ein Diskurs über die Sinnlosigkeit des Krieges. Bekannterweise drehten Sergio Leone 1964 mit Für eine Hand voll Dollar und Walter Hill 1995 mit Last Man Standing starke Remakes dieses Films, ohne freilich an die Originalität und filmische Kraft von Kurosawas Klassiker heranzukommen. (RH)