15.12.02 |
The Mars Canon
Japan 2001 (35mm OmU, 121min) | Übersicht
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| R: Shiori Kazama B: Ogawa Tomoko D: Makiko Kuno, Fumiyo Kohinata, Mami Nakamura, Kee M: Abe Masaya Beginn 14:00 Uhr |
ERSTAUFFÜHRUNG (BEI UNS VOR DEM OFFIZIELLEN KINOSTART!!!) Die 29jährige Kinuko unterhält eine Beziehung zu dem 43jährigen Büroangestellten Kouhei. Jeden Dienstagabend gehen sie zusammen essen und verbringen anschließend die Nacht im Hotel. In der übrigen Woche lebt Kouhei mit seiner Familie zusammen. Eines Tages lernt Kinuko den Straßenpoeten Manabe und die junge Hijiri kennen, die es nicht richtig findet, dass Kinuko ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann hat. Sie sucht Kinuko auf und widmet sich bald hingebungsvoll der Pflege ihrer neuen Freundin. Dann zieht sie in der Nachbarwohnung ein... Kazama Shiori: "Ich weiß nicht, wie man die Fesseln des Hasses zerreißen kann. Aber ich möchte selbst die kleinsten Liebesempfindungen würdigen - auch wenn das am Ende nichts bringt. Man kann in die glücklichen Erinnerungen eines Menschen nicht eindringen. Man kann sie nur heraufbeschwören und sich immer wieder vor Augen führen - auch wenn einem dabei unter Umständen ein wenig weh ums Herz wird. Der Titel The Mars Canon bezieht sich auf die astrologische Entsprechung der Themen 'Mars': Kampf - Sex - Liebe sowie auf die musikalische Bedeutung von ,Kanon'." Kazama Shiori lässt ihren Figuren viel Zeit, schenkt ihnen Einstellung um Einstellung, ohne dass viel passiert, leichte Verschiebungen der Nuancen, minimale Annäherungen und Veränderungen, das alles ohne dass irgendwas erklärt, ohne dass mehr als das nötigste geredet werden muss. Schnell ist man hingerissen von der scheinbaren Absichtslosigkeit der Inszenierung, die sich unversehens doch immer wieder zu überaus prägnanten Tableaus verdichtet: die Anfangseinstellung in der Natur; Kohei und Kinuko beim Tischtennisspiel auf einem verunglückten gemeinsamen Urlaubsausflug; eine Annäherung über die Balkontrennwand hinweg. Nichts ist symbolschwer an den klaren Einstellungen des Films, nichts wirkt gesucht - und doch gelingen Shiori ein ums andere Mal höchst prägnante Bilder von unaufdringlicher Genauigkeit. Selten nur benötigt sie dafür Close-Ups (einmal etwa auf die Hände der Liebenden), arrangiert die Figuren halbnah in den liebevoll ausgestatteten Innenräumen. Auf ihre vier Hauptdarsteller kann sie sich dabei blind verlassen, sie wahren die richtige Balance zwischen Offenbarung und Bewahrung ihrer Gefühle, ihrer Beweggründe, ihrer Gedanken. Die Wendungen der Geschichte sind so niemals vorhersehbar, immer wieder stehen verschiedene Wege als in der Logik der Figuren gleich mögliche offen. Kein Wunder, dass Shiori noch ein ambivalentes, gerade darin höchst einleuchtendes Ende gefunden hat. MATINÉE-VORSTELLUNG UM 14.00 UHR MIT ASIATISCHEN BRUNCH, SEKTEMPFANG UND "JAPANESE CLUB POP" VON DJ TOBI!!! |