24.12.00 |
Fear and Loathing in Las Vegas
USA 1998 (35mm, 118min) | Übersicht
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| R: Terry Gilliam B: Hunter S. Thompson D: Johnny Depp, Benicio Del Toro, Tobey Maguire, Ellen Barkin, Christina Ricci, Cameron Diaz Beginn 22:30 Uhr Eintritt & Äther gratis!!! |
Nevada, "im fauligen Jahr des Herren 1971": "Mit zwei Tüten voll Gras, 75 Mescalinpillen, fünf Blättern reinsten LSDs, einem halben Salzfass voll Kokain, einer Galaxy von multicolorierten uppers, downers, screamers, laughers, nebst Gallonen von Tequila, Rum und Bier, reinem Äther, und zwei Dutzend Poppersampullen" ausgestattet machen sich Raoul Duke und sein Anwalt Dr. Gonzo in einem geliehenen roten Chevy-Cabrio auf den Weg nach Las Vegas. Für ein Magazin sollen sie dort von einem Motorrad-Rennen in der Wüste berichten. Von dem Rennen bekommen die beiden natürlich nur einen rudimentären Eindruck (was weniger am Sandsturm liegt), aber das spielt keine Rolle. In Wirklichkeit nutzen die beiden die Gelegenheit, für einen traumatischen Trip in das Herz des American Dreams, bzw. das was nach Nixon, Vietnam und dem Scheitern der 60er-Bewegung noch davon übrig war. Sie begegnen dabei unter anderem einem bemitleidenswerten Anhalter, einem liebesbedürftigen Highway-Polizisten, einem "Landei" auf der Suche nach spirituellen Erfahrungen (Christina Ricci); sie traktieren unschuldiges Hotelpersonal, begeben sich vollgedröhnt bis zum geht-nicht-mehr zum Kongress der nationalen Drogenkonferenz, ruinieren zwei Hotelzimmer und fordern durch immer extremere Drogenexesse ihre persönlichen Abgründe und die des Post-Hippie-Amerikas ständig heraus. Die amerikanische Kritik hat die Verfilmung von Hunter S. Thompsons Gonzo-Journalismus-Romans fast durchweg nicht verstanden und als geschmacklosen, für Terry-Gilliam-Verhältnisse enttäuschenden Drogen-Klamauk à la Cheech & Chong abgetan. Tatsächlich hat Terry Gilliam es geschafft alle Hollywood- und Indie-Konventionen auf beinahe anarchistische Weise zu ignorieren und nach Twelve Monkeys und König der Fischer endlich wieder einen herrlich geschmacklosen, überraschenden Film zu machen. Fear and Loathing in Las Vegas funktioniert tatsächlich wunderbar als Drogenslapstick, allein schon wegen der tollen Performance von Johnny Depp (der sich extra eine Pläte rasieren lies) und Benicio del Torro (bekannt als Fenster in Die üblichen Verdächtigen, der sich extra eine Wampe angefressen hat), die einen permanent zum Weinen (diesmal vor Lachen - Taschentücher nicht vergessen!) und zum Würgen zu bringen. Dabei setzt er aber auch den Gonzo-Geist von Thompsons Roman genial um: es geht hier weder um pseudo-objektive Vermittlung von pseudo-relevanten Informationen noch um pseudo-intellektuelle Unterhaltung, deren Sinn man im Anschluss an den Film hinterfragen muss. Wir waren uns einig: das ist der ajz-Weihnachtsfilm schlechthin. Alle kommen! Den Eintritt und ein Schluck Äther schenken wir Euch! |