17.12.00 |
Judou
China/Japan 1990 (35mm, 95min) | Übersicht
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| R: Yang Fengliang, Yimou Zhang B: Heng Liu D: Ma Chong, Zhijun Cong, Wu Fa, Li Gong, Jin Jia, Baotian Li |
Zhang Yimous vielleicht schönster Film...erzählt wird die Geschichte eines Mädchens, das von dem grausamen Besitzer einer Färberei im ländlichen China als Ehefrau gekauft wurde; allerdings hat er besonderen Gefallen daran, seine Frau jede Nacht zu quälen und zu misshandeln. Zwischen der jungen Frau und dem etwa gleichaltrigen Neffen ihres Mannes, der ohnmächtig die Misshandlungen jede Nacht mitanhören muss, entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, aus der ein Kind hervorgeht. Die wahre Vaterschaft wird dem Kind verborgen, doch die Dinge eskalieren.... Selten ist ein ein so tragischer Film mit so schönen Bildern verbunden worden. Kleine Gesten entfalten eine unglaubliche Wirkung, auf Theatralik wird verzichtet. Zhang Yimou, früher Maler, benutzt Farben statt Dialogen, so dass recht treffend behauptet wurde, Judou käme auch ohne Dialoge aus. Die Färberei mit all den farbigen Stoffen, den Farbbottichen, und das ländliche China bilden das perfekte Material für diesen Film. Judou ist der erste chinesische Film überhaupt gewesen, der eine Oscarnominierung erhielt (was gar nichts heisst, da Hollywood nunmal nur den eigenen Sülz versteht), und war nach "Rote Laterne" der Auftakt von Zhang Yimous Karriere. Leider können wir heute nur diesen einen Film präsentieren, wir wollen aber zumindest gesagt haben, dass "Rote Laterne", "Leben" und "Rotes Kornfeld" ebenso erstklassige Seherfahrungen sind (Rote Laterne kann man sich übrigens in der Stadtbibliothek ausleihen...)und wer mal in ein anderes Kino gehen möchte, sollte sich den aktuellen Zhang Yimou Film "Heimweg" ansehen. Alldieweil, für diesen Abend der grossen Gefühle nicht vergessen die Taschentücher mitzubringen, denn bei Judou bekommen auch hartgesottene Menschen feuchte Äuglein.... |